Das Amt Zarrentin hat mit ihrer Kommunalen Wärmeplanung (KWP) einen wichtigen Schritt in Richtung klimafreundlicher und zukunftssicherer Wärmeversorgung unternommen. Die Planung dient als strategische Leitlinie für den Umbau der Wärmeversorgung in den Gemeinden Gallin, Kogel, Lüttow-Valluhn, Vellahn sowie der Stadt Zarrentin. Das Amt mit rund 10.400 Einwohnern zeichnet sich durch eine ländlich geprägte Struktur aus. Die H2Perform GmbH hat die Kommunale Wärmeplanung im Auftrag des Amtes Zarrentin durchgeführt und zeigt Perspektiven für die nachhaltige Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045 auf.
Zu Beginn der KWP führte H2Perform eine umfassende Bestandsanalyse der aktuellen Wärmeversorgung im Amtsgebiet durch. Der jährliche Endenergiebedarf im Wärmesektor liegt bei rund 180 GWh/a und wird derzeit zu über 90 % durch fossile Energieträger gedeckt. Der größte Teil des Endenergiebedarfs entfällt dabei auf die Stadt Zarrentin und die Gemeinde Vellahn. Positiv hervorzuheben ist, dass bereits heute rund 3 % des Wärmebedarfs über leitungsgebundene, nachhaltige Wärmeversorgung gedeckt werden. Insgesamt entstehen im Amt Zarrentin durch die Wärmeversorgung derzeit Emissionen von etwa 44.500 t CO₂-Äquivalenten pro Jahr.
Die anschließende Potentialanalyse zeigte, dass im Amtsgebiet zahlreiche naturschutzrelevante Flächen vorhanden sind, insbesondere rund um den Schaalsee und im Biosphärenreservat. Diese sensiblen Bereiche gilt es sorgfältig zu berücksichtigen und mit den Zielen der kommunalen Wärmeplanung in Einklang zu bringen. Bezüglich der Bestandsgebäude ist grundsätzlich ein hohes energetisches Sanierungspotential vorhanden. Ein realistisches Szenario geht von einer Reduktion des Wärmebedarfs um rund 20 % bis zum Jahr 2045 aus. Gleichzeitig ist das Amtsgebiet durch einen hohen Gewerbeanteil geprägt, bei dem bestehende Prozesswärmebedarfe eine energetische Sanierung teilweise erschweren. Der verbleibende Wärmebedarf ist daher treibhausgasneutral zu decken. Dabei spielen insbesondere die Nutzung von Aquathermie aus dem Schaalsee sowie die Einbindung von Abwärme aus bestehenden und geplanten Abwärmequellen eine zentrale Rolle.
Für das Zielszenario wurde das Amtsgebiet differenziert betrachtet. Ein Großteil der Gebäude wird im Zieljahr 2045 voraussichtlich dezentral und individuell beheizt. Gleichzeitig wurden sechs Fokusgebiete für eine leitungsgebundene Wärmeversorgung identifiziert, darunter auch Nachverdichtungsgebiete mit bereits vorhandener Wärmenetzinfrastruktur. Ergänzend wurden sechs Prüfgebiete ausgewiesen, die in Abhängigkeit von der zukünftigen Entwicklung perspektivisch für eine leitungsgebundene Wärmeversorgung in Frage kommen können.
In der Gesamtbetrachtung ergibt sich für das Jahr 2045 ein Zielbild für die Wärmeversorgung im Amt Zarrentin, in dem rund 30 % des Wärmebedarfs über leitungsgebundene Wärmeversorgung gedeckt werden. Der verbleibende Anteil wird dezentral bereitgestellt, überwiegend durch Wärmepumpen, ergänzt durch kleinere Anteile von Holz- und Biogasnutzung.
Der Abschlussbericht zur Kommunalen Wärmeplanung für das Amt Zarrentin liefert damit eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte der Wärmewende. Neben dem Zielszenario enthält er einen Maßnahmenkatalog sowie eine Verstetigungs- und Controllingstrategie zur Umsetzung. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer öffentlichen Abschlussveranstaltung vorgestellt. Für alle interessierten Einwohnerinnen und Einwohner bestand Gelegenheit, um die Ergebnisse und daraus folgenden Konsequenzen zu diskutieren. Nun liegt es an den Akteuren vor Ort, die Ergebnisse der KWP aktiv zu nutzen und die Transformation der Wärmeversorgung gemeinsam voranzubringen.
H2Perform bedankt sich beim Amt Zarrentin und den beteiligten Gemeinden für das entgegengebrachte Vertrauen sowie die konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit während des gesamten Projektverlaufs.








